„First Time Right“ von 80 % auf 96 % für FrieslandCampina: „ELICIT verbessert deutlich die Prozesssteuerung“
„Selbst wenn die Informationen vorhanden waren, waren sie schwer zu finden. Was macht man dann? Man ruft einfach jemanden an, der es auswendig weiß.“
Marloes Vernooij
Prozesstechnologin
„Wir sind zuerst zu den Anlagenfahrern gegangen und haben gefragt, was sie benötigen.“
Raoul Baarssen
Produktionsleiter
„Man weiß bei jedem Schritt: Ist das gut oder nicht? Und man erhält sofort einen Vorschlag, was zu tun ist. Man weiß, dass man nichts übersieht. Das gibt Sicherheit.“
Raoul Baarssen
Produktionsleiter
Bei FrieslandCampina Borculo haben Anlagenfahrer keine Zeit, zwischen Systemen, Personen und Dokumenten zu wechseln. Deshalb haben sie mit ELICIT einen zentralen Ort geschaffen, an dem das gesamte Prozesswissen, Qualitätskontrollen, Abweichungsregistrierungen und Entscheidungsmomente zusammenlaufen. So werden Störungen schnell gelöst, aber vor allem vermieden. Produktionsleiter Raoul Baarssen: „Unsere First-Time-Right-Quote liegt jetzt bei 96 %.“
20 Minuten Zeit
Im Formula-Werk von FrieslandCampina in Borculo hängt alles zusammen. Ein komplexes Gefüge aus Maschinen und Systemen produziert 21 Produkte, von regulärer bis hin zu hochwertiger Babynahrung. Wenn irgendwo eine Abweichung auftritt, haben die Anlagenfahrer 20 bis 30 Minuten Zeit, um sie zu beheben. Danach stoppt die gesamte Kette.
Das bedeutete jahrelang eine Suche unter Hochspannung für die Anlagenfahrer. „Jedes Produkt hatte ein anderes Qualitätssystem. Das Wissen war über Excel-Listen, Ringordner und – wie sich später herausstellte – 37 verschiedene Systeme am Standort verteilt. Selbst wenn die Informationen vorhanden waren, waren sie schwer zu finden“, sagt die Technologin Marloes Vernooij. „Was macht man dann? Man ruft einfach jemanden an, der es auswendig weiß.“
Nicht zukunftsfähig
Doch diese Arbeitsweise erwies sich als nicht zukunftsfähig. „Wir haben eine beträchtliche Überalterung und Fluktuation in technischen Funktionen“, sagt Raoul. „Es ist also schwierig, Prozesswissen zu bewahren. Gleichzeitig herrschte in allen Disziplinen Personalmangel, sodass keine Zeit blieb, jeden Einzelnen separat in das gesamte Prozesswissen einzuarbeiten.“
Auf der Suche nach einer Lösung kam ELICIT ins Spiel. Das war keine Entscheidung des Managements, betonen Marloes und Raoul. „Wir sind zuerst zu den Anlagenfahrern gegangen und haben gefragt, was sie benötigen“, sagt Raoul. „Wo gibt es Probleme? Was muss anders werden?“
Die Antwort war konkret: Sie wollten keine losen Excel-Dateien und Ordner mehr, sondern ein handliches System, mit dem sie sowohl die Qualität kontrollieren als auch Störungen und Abweichungen beheben können.
Von der Basis aus aufgebaut
Dank ELICIT erhielten sie ein Wissenssystem, das dies ermöglichte. Auf Basis des Wissens ihrer besten Mitarbeiter erstellte ELICIT für jeden Prozess ein interaktives digitales Modell, mit dem man als Anlagenfahrer sofort sieht, was eine Abweichung verursacht und welche Schritte zur Lösung erforderlich sind. Aber nicht nur das, erzählt Marloes. „Wir haben auch Abweichungsregistrierungen, Qualitätskontrollen, OCAPs und Verweise auf Arbeitsanweisungen hinzugefügt.“
Dadurch funktioniert es jetzt so: Ein Anlagenfahrer nutzt ELICIT bei einer Störung, aber auch bei regulären Kontrollen. Dabei durchläuft er einfache Felder: eine offene Antwort, eine Ja/Nein-Frage oder einen Wert, der innerhalb einer bestimmten Spanne liegen muss. Das System führt einen hindurch.
Bleibt ein Wert innerhalb der Norm, ist alles in Ordnung und man geht zum nächsten Schritt über. Weicht etwas ab, verknüpft ELICIT damit automatisch einen Folgeschritt: einen Verweis auf die richtige Arbeitsanweisung oder ein Pflichtformular, das an einen Teamleiter oder Technologen weitergeleitet wird. Der Anlagenfahrer kann keinen Schritt überspringen und muss das gesamte Formular durchlaufen, bevor er fortfahren kann.
Raoul: „Man weiß bei jedem Schritt: Ist das gut oder nicht? Und man erhält sofort einen Vorschlag, was zu tun ist. Man weiß, dass man nichts übersieht. Das gibt Sicherheit.“
Weniger telefonieren, weniger suchen
Die Folge ist, dass ELICIT nun standardmäßig an der Linie geöffnet ist. Raoul: „Die Anlagenfahrer wissen: Wenn ich etwas wissen will, finde ich es hier. Die Anzahl der Anrufe für Informationen, die schwer zu finden waren, ist dadurch erheblich gesunken. Zudem werden Störungen schneller, vollständiger und mit mehr Kontext gemeldet.“
Zudem wird das System immer wissensreicher. „Die meisten Störungen, auf die wir stoßen, stehen mittlerweile im System, inklusive der Lösung. Und wenn etwas Neues passiert, fügen die Anlagenfahrer das selbst hinzu. Dadurch ist es ein lernendes System.“
First Time Right von 76 auf 96 Prozent
Eine Zahl macht die Auswirkungen konkret: Die First-Time-Right-Quote (die Produktion, die auf Anhieb gelingt) liegt in diesem Jahr bei 96 %, weit über den gewünschten 89 % und noch weiter über dem zuvor erreichten Wert (76–80 %).
„Ehrlich gesagt: Ich kann nicht alles allein auf ELICIT zurückführen“, sagt Raoul. „Aber es hat die Prozesssteuerung eindeutig positiv beeinflusst. Die Mitarbeiter entscheiden sich bei einer Abweichung eher dazu, eine Produktion zu stoppen. Oder sie sehen, dass sie noch innerhalb der zulässigen Grenzen liegen und weiterarbeiten können. Beide Entscheidungen können nun mit Hilfe von ELICIT verantwortungsbewusst getroffen werden.“
Ein Nebeneffekt: Die Beweisführung bei Reklamationen wird einfacher. „Wenn ein Kunde eine Besonderheit meldt, habe ich innerhalb von fünf Minuten das Batch-Protokoll zur Hand, Fotos von Arbeitsschritten, die Abweichungshistorie. Wir können nachweisen, dass auf unserer Seite alles korrekt gelaufen ist. Das war früher nicht möglich.“
Chancen für die Ausbildung
Marloes und Raoul sind sich einig: ELICIT ist vollständig in den Produktionsprozess von FrieslandCampina Formula integriert. Und sie sehen noch weitere Chancen. „Learning & Development arbeitet derzeit daran, ELICIT für theoretische Prüfungen zu nutzen, damit sich die Praxisanleiter auf den praktischen Teil konzentrieren können. Dann hat L&D weniger Arbeit mit den Assessments und die Bewertungen werden konsistenter“, sagt Marloes.
Empfehlungen für eine erfolgreiche Implementierung
Die Lehren aus FrieslandCampina Borculo sind eine gute Empfehlung für Fabriken, die ihre Prozesssteuerung und Fehlerbehebung standardisieren möchten. Marloes: „Beginnen Sie immer mit den Bedürfnissen der Belegschaft. Wenn man eine Lösung wie ELICIT von oben herab verordnet, wird man auf Widerstand stoßen und die Nutzung wird nur langsam in Gang kommen. Gerade indem man die Menschen in der Produktion einbezieht und genau zuhört, was sie benötigen, sorgt man für eine schnellere Akzeptanz und eine nachhaltige Nutzung.“


